Schuld und Scham zwischen Generationen

Ihr Lieben,

heute ein spannendes Generationen-Interview aus der OYA, das ich schon mehrmals gelesen habe, um immer wieder neue, spannende Aspekte zu entdecken. Habt ihr Kontakt zu Menschen aus anderen Generationen und wenn ja, wie gestaltet der sich!?

„Viele ältere Menschen haben das dringende Bedürfnis, ihr Wissen, das sie sich mühevoll ihr ganzes Leben lang angeeignet haben, weiterzugeben. In traditionellen Gesellschaften ist dies die explizite Aufgabe der Alten. Was aber, wenn dieses Wissen für die nächste Generation keinen Wert mehr hat, weil sich die Gegebenheiten so stark verändert haben? Dadurch kann viel Schmerz entstehen – bei älteren, aber auch bei jüngeren Menschen, weil diese irgendwann verstehen, dass die meisten Älteren in dieser verwirrenden Zeit, in der wir leben, genauso wenig wissen, was zu tun ist.“

„Mehr Lebenserfahrung gibt nicht das Recht, zu sagen, wie es geht – aber eine andere Perspektive, weil ältere Menschen auf mehr Lebenszeit zurückblicken können, mehr Zyklen durchlaufen haben und sehen konnten, was sich alles in ihrer Lebensspanne verändert hat. Das ist eine wesentliche Ressource, die wegbricht, wenn Ältere sich zurückziehen oder in Scham versinken.“

„Autorin und Tänzerin Heike Pourian sprach mit Tabea Heiligenstädt und Luisa Kleine über das gemeinschaftliche Leben von Alt und Jung in Zeiten der Klimakrise.“ — von Heike Pourian, Luisa Kleine, Tabea Heiligenstädt, erschienen in Ausgabe #68/2022