Der Film „The Social Dilemma“

„In unserer Welt ist ein Baum finanziell tot mehr wert als lebendig, ein Wal ist tot mehr wert als lebendig. Solange unsere Wirtschaft so funktioniert und Firmen so unreguliert sind, werden sie weiterhin Bäume zerstören, Wale töten, die Erde ausbeuten, weiterhin Öl aus dem Boden holen, obwohl wir wissen, es zerstört den Planeten und hinterlässt künftigen Generationen eine schlimme Welt. (…) Das Erschreckende, und hoffentlich der letzte Strohhalm, damit wir aufwachen und sehen, wie falsch diese Theorie ist, ist, dass wir jetzt der Baum und der Wal sind. Unsere Aufmerksamkeit wird ausgebeutet. Wir sind gewinnbringender, wenn wir auf einen Bildschirm starren, Werbung anstarren, statt unser Leben erfüllend zu leben.“

Ein nachdenklicher Gruß in den Abend,

das oben ist ein Zitat aus dem Film „The Social Dilemma“. Ich kann nicht bei allem aus dem Film mitgehen und halte einiges für recht einseitig – klar, der Film erzählt ja aus einer bestimmten Perspektive -, und zugleich halte ich vieles davon für nachvollziehbar. Auf jeden Fall hat mir dieser Film interessante und auch bedrückende Einblicke gewährt – viele der Interviewten im Film haben selbst die sozialen Medien mit erfunden, programmiert, entwickelt.

Ich verabschiede mich gerade von WhatsApp und Instagram. Facebook wird folgen. Diese Entscheidung hab‘ ich schon vor einiger Zeit gefällt, unabhängig von dem Film. Das ist ein Prozess, und ich gehe den Weg weder dogmatisch noch außerordentlich stringent. Aber wenn ich mir mein Leben anschaue und schaue, wie ich es eigentlich wirklich leben möchte (und in so einer deutlichen Phase des Innehaltens befinde ich mich gerade einmal wieder), dann gehört das Thema soziale Medien/Medienkonsum überhaupt auf jeden Fall für mich dazu.

Und: Es geht mir hier gerade nicht konkret um Datenschutz, das ist ein anderes Thema, sondern v.a. erst einmal darum, dass ich den unbegreiflich mächtigen Mega-Konzern Meta nicht unterstützen möchte. Dazu gibt’s noch einen interessanten kleinen, natürlich auch sehr polarisierenden Beitrag von Jan Böhmermann, der „Enteignet Facebook“ heißt. Ich kenne auch Menschen, die sich bewusst gegen Telegram entscheiden. Auch das kann ich nachvollziehen. Ich für mich persönlich sehe gerade keine Gründe, Telegram nicht zu nutzen – aber das führt jetzt zu weit und bietet vielleicht irgendwann Material für einen anderen Post.

Das ist die längste Nachricht in diesem Kanal seit Langem (überrascht mich selbst, aber scheinbar greift sich das Thema in mir gerade ganz schön Raum – und hängt auch mit vielen anderen Themen zusammen) und sicher auch eine, der Reibungspotenzial bietet. Damit komme ich gerade auch mal meine persönliche Lernzone: Wo ich es meistens als meine Aufgabe empfinde, Verbindung herzustellen, möchte ich doch auch lernen, immer weniger aus Bequemlichkeit zu handeln oder eben nicht zu handeln und unhinterfragt vorgefundenen Narrativen zu folgen – auch wenn das unbequem und anstrengend sein kann. Ich möchte weiterhin meinen Fokus darauf legen, meinen inneren Kompass zu schärfen, mich und meine Wahrnehmung zu schulen und ernstzunehmen, mein Leben mehr und mehr bewusst zu gestalten – und mich zu trauen, mit dieser Klarheit hier und da auch einfach mal sichtbar zu werden.

Wer Lust auf Rückmeldungen dazu hat oder Austausch – nutzt gerne die Kommentarfunktion oder meldet euch bei mir direkt.

Bleibt neugierig,
Janne