Liebe Reisende,
daran, wie unumstößlich wesentlich mir die Blickrichtung auf Wahrheit, Essenz und das Echte geworden ist - und wie wenig "Tools" wir kulturell dafür haben -, erinnert mich gerade eine Beziehungskrise. Mir fällt auf, wie diese Hinwendung mehr und mehr mein ganzes Leben prägt - so unbequem, schwer und orientierungslos sich das auch immer wieder anfühlt, und so klar auch ist, dass es dabei kein Ziel zu erreichen, keine Lösung zu finden, keine Möhre vor der Nase zu greifen gibt.
Heut mag ich einen kleinen Ausschnitt aus einem der letzten Newsletter von den Concious Tribes teilen.
"In öffentlichen Debatten geraten wir immer wieder in dieselben alten Zyklen – Schuldzuweisung, Gegenschuldzuweisung, Empörung, Gegenreaktion, und wieder von vorn – ganz gleich, ob es um Krieg, Ungleichheit, Ausbeutung, Patriarchat oder die Kultur am Arbeitsplatz geht. Und dasselbe Muster zeigt sich auch in den Machtspielchen, die sich in Familien, Gremien und Gruppenchats einschleichen. (...)
In der heutigen Zeit sind wir alle Teil eines lebendigen Systems, das Dominanz belohnt, Verletzlichkeit bestraft und Kontrolle mit Sicherheit verwechselt. Wir sehen es in unseren Meetings, in unseren Feedbackkulturen, in unseren Zuhause und sogar darin, wie wir mit uns selbst sprechen. Es ist wichtig, dass wir dies erkennen; lernen, Wahrheit über Komfort zu stellen; und akzeptieren, dass es sehr oft notwendig ist, durch Unbehagen hindurchzugehen statt ihm auszuweichen – die Muster benennen, unseren Anteil daran anerkennen und gemeinsam mit neuen Formen des Miteinanders experimentieren.
Wirkliche Veränderung geschieht nicht, wenn wir uns dafür beglückwünschen, den „einen faulen Apfel“ identifiziert zu haben. Sie geschieht, wenn wir das System selbst neu gestalten – ein mutiges Gespräch, eine unbequeme Wahrheit, ein Akt radikaler Ehrlichkeit nach dem anderen. Wir müssen uns fragen: Welche Verhaltensweisen belohnen wir kollektiv? Und was ist der Preis unseres Schweigens?"
Aus dem Chaos, bleibt neugierig
eure Janne